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03.06.2013

Immergut Festival 2013 - Bericht

Newcomer & Gewinner
Immergut Festival 2013


Das Immergut Festival ist seit Jahren für seine außergewöhnliche Auswahl an "Newcomer" Bands bekannt. Und auch dieses Jahr gab es in den zwei Tagen wieder eine bunte Musiktüte aus Indie-Rock, Folk Rock über Elektronische Musik bis hin zu Lesungen zu entdecken.
Welche Bands dieses Jahr zu den Gewinnern des Festivals zählen, lest ihr im folgenden Bericht.


Freitag, 31. Mai 2013
19:45 - 20:25 Uhr - Bühne: Bei Tanze Käthe
White Fence
Die Band, rund um Artist Tim Presley, hinterlassen ein erstes Ausrufezeichen auf dem mittlerweile gut gefüllten Festivalgelände. Das Konzert findet auf der Zeltbühne "Bei Tanze Käthe" statt, es ist voll, stickig, Leute quetschen sich zur Mitte des Zeltes und draußen scheint ein Sturm aufzuziehen. Dieses Setting wandeln "White Fence" während ihres Gigs perfekt zu einem konzentriert energetischen Rock-Tornado um; eingängige Gitarrenriffs treffen auf athmospherisch verdichtete hippienoide Klangwelten; und nur der Gesang vermag diesen Sog der Musik aufzubrechen.
Aufgeladen friedlich verlässt die Audienz nach dem Konzert das Zelt und zieht los in den ersten Abend (und den mittlerweile starken Regenschauer).





Freitag, 31. Mai 2013
22:10 - 23:15 Uhr - Bühne: Beim Waldemar
Efterklang
Die Dänen machen seit 2000 zusammen Musik, aktuell erschienen ist ihre 7te LP "Piramida".
Efterklang kann im Rahmen des Festivals als geheimer Headliner des Abends genannt werden.
Musikalisch bewegen sich Efterklang irgendwo zwischen experimentellen Indie-Folk, Leftfield und Downtempo. Oder anders formuliert: Efterklang's Musik ist originell und besitzt hohen Wiedererkennungswert; scheint jedoch für einige im Publikum nicht ganz fassbar gewesen zu sein.
Dememtsprechend ist auch die Stimmung während des Konzerts eher vom Staunen über die musikalische Präsenz der Band als vom zugänglichen Mitgrooven geprägt. Mit den letzten Tönen von Efterklang wandelt sich jedoch die wohl angestaut lähmende Faszination hin zu tösendem Beifall und Glücksschreien. Absolut empfehlenswert!





Samstag, 01. Juni 2013
19:50 - 20:30 Uhr - Bühne: Bei Tanze Käthe
Xul Zolar
Eine Band, KEIN Label. Das ist zunächst einmal das Erste, was verwunderlich ist und interessant zugleich. Es gibt bei YouTube bereits einige Videos zu dieser jungen Band aus Köln "Xul Zolar" aka Ronald Röttel, Marin Geier und Tim Gorinski. Aber physikalisch hat die Band aktuell lediglich eine 7inch Single (limitiert auf 444 Kopien) pressen lassen, die auf dem Immergut Festival käuflich erworben werden konnte (Anm. d. Autors: Ich habe Kopie 25/444 gekauft... und das auch aus gutem Grund). Denn was zweitens gar nicht so verwunderlich ist, aber aus dem ersten Aspekt der Verwunderung resultiert; "Xul Zolar" machen richtig geile Mukke und die sympathischen Jungs sind die Indie-Newcomer des Immergut Festivals 2013. Nicht verraten - Xul Zolar haben noch kein Label? Hiermit passiert... (Anm. d. Autors: A&R Stellenangebote bitte direkt an mich, suche aktuell in dem Bereich einen Job)!





Samstag, 01. Juni 2013
20:35 - 21:20 Uhr - Bühne: Beim Waldemar
Beach Fossils
Ursprünglich als Soloprojekt von Dustin Payseur gedacht, spielen "Beach Fossils" nun offiziell als Duo (mit Tommy Gardner) zusammen. Mit breiter Brust und dem Potential zum neuen N.Y.C. Hype rockten die Jungs die Hauptbühne. Was sehr schade war - der Sound war in den 45 Minuten absolut mies abgemischt. Von daher kann an dieser Stelle nur gesagt sein: bitte unbedingt das aktuelle Album "Clash the Truth" anhören und sich selber ein Urteil bilden.





Samstag, 01. Juni 2013
00:35 - 02:00 Uhr - Bühne: Beim Waldemar
The Notwist
Etwas zu dieser deutschen (Weilheim) Indie-Rock Band zu schreiben, ist vergleichsweise schwierig, da man das Gefühl nicht los wird, der Band Unrecht zu tun. Denn waren es nach der Gründung der Band im Jahr 1989 erstmals Metal oder Emo-Rock Einflüße, die "The Notwist" in ihrem ersten gleichnamigen Album (1990) sinnig verbauten, waren es in den Folgejahren zunehmend elektronische Komponenten der Musik, die ihren Platz in der Klangarchitektur der Band fanden. Ausdruck dieser Entwicklung ist das Album "12", welches als (persönlicher) Meilenstein in die Musikgeschichte eingehen wird. Apropos Geschichte: Es könnte an dieser Stelle noch viel viel mehr geschrieben werden... über weitere Meilensteine wie z.B. das Album "Neon Golden" usw. oder das "The Notwist" aktuell insgesamt acht Alben veröffentlicht hat etc.

Wie waren die denn nun LIVE so auf'm Immergut Festival?
Was der/die geneigte ZuhörerIn in den gut 90 Minuten erleben durfte, sucht aktuell noch nach einer adäquaten Beschreibung... The Notwist haben es geschafft, vom ersten Ton an spielerisch das überwältigende Klangspektrum der Band auf die Bühne zu zaubern, einen Fluß an Inspirationen und Bildern zu erzeugen, dabei diesen Fluß so harmonisch und echt weiter auszumalen, sodass am Ende jede(r) ZuhörerIn den eigenen ganz persönlichen Hafen gefunden hat... und mit Tränen laut herausschreit: The Notwist. The Notwist. The Notwist. Unglaublich, aber wahr!








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